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Was macht der Zweitgutachter bei der Bachelorarbeit? Rolle, Gewichtung und Uneinigkeit 2026

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Was macht der Zweitgutachter bei der Bachelorarbeit? Rolle, Gewichtung und Uneinigkeit 2026

Was macht der Zweitgutachter bei der Bachelorarbeit? Rolle, Gewichtung und Uneinigkeit 2026

Der Zweitgutachter liest deine Bachelorarbeit unabhängig vom Erstgutachter und erstellt ein eigenständiges Gutachten mit einer eigenen Note. Beide Noten fließen gleichwertig in die Endnote ein. Bestellt wird er meist vom Prüfungsamt oder vom Erstbetreuer — ohne dein Zutun.

Kurzantwort: Der Zweitgutachter bewertet Inhalt, Methodik, Struktur und Sprache deiner Arbeit auf Basis desselben Kriterienkatalogs wie der Erstgutachter. Beide Gutachten haben gleiches Gewicht; die Endnote der Arbeit ist der arithmetische Mittelwert. Bei einer Abweichung von mehr als zwei Notenstufen wird an vielen Hochschulen ein Drittgutachter hinzugezogen.

Wer ist der Zweitgutachter und wer bestimmt ihn?

Der Zweitgutachter ist eine zweite prüfungsberechtigte Person, die deine Bachelorarbeit eigenständig bewertet. Typischerweise handelt es sich um:

  • einen weiteren Hochschullehrer (Professor oder habilitierte Dozentin) desselben Instituts
  • eine externe Fachlehrkraft bei interdisziplinären Themen
  • in Ausnahmefällen einen Lehrbeauftragten mit Promotionsabschluss

Du hast auf die Auswahl keinen formalen Einfluss. An deutschen Universitäten schlägt der Erstbetreuer den Zweitgutachter vor; das Prüfungsamt bestätigt die Bestellung. An Fachhochschulen übernimmt das Prüfungsamt die Auswahl häufig eigenständig.

Die doppelte Begutachtung ist kein gesetzliches Gebot, aber in den Rahmenprüfungsordnungen der meisten deutschen Hochschulen fest verankert — weil das Vier-Augen-Prinzip die Bewertungsobjektivität und die Nachvollziehbarkeit der Note erhöht. Das gilt an der TU München ebenso wie an kleineren Fachhochschulen.

Wenn du eine Präferenz für einen bestimmten Fachexperten hast, kannst du deinen Betreuer frühzeitig ansprechen — am besten bereits bei der Themenanmeldung. Ein formales Recht, den Zweitgutachter mitzubestimmen, hast du dabei nicht.

Welche Aufgaben hat der Zweitgutachter konkret?

Der Zweitgutachter liest die vollständige Arbeit und bewertet sie nach denselben Kriterien wie der Erstgutachter. Zu seinen typischen Aufgaben gehören:

Aufgabe Beschreibung
Inhaltliche Prüfung Themenverfehlung ausschließen, Argumentationslinie nachvollziehen, Schlussfolgerungen bewerten
Methodenbewertung Eignung und korrekte Anwendung der gewählten Forschungsmethode beurteilen
Formale Prüfung Zitation, Literaturverzeichnis und Formatierungsvorgaben kontrollieren
Schriftliche Note Eigenständige Notenfindung und kompakte schriftliche Begründung im Gutachterformular

Das Zweitgutachten ist meistens kürzer als das des Erstgutachters. Viele Hochschulen sehen ein standardisiertes Formular vor, das eine Note plus eine Begründung von wenigen Sätzen bis zu einer halben Seite erfordert. Entscheidend: Der Zweitgutachter kennt die Betreuungshistorie nicht und hat keinen Einblick in deine Zwischengespräche mit dem Erstbetreuer. Er bewertet ausschließlich die eingereichte Arbeit — das ist konzeptionell gewollt.

Schematische Darstellung des Zwei-Gutachter-Prinzips: Erst- und Zweitgutachter bewerten die Bachelorarbeit unabhängig, die Noten fließen gleichwertig in die Endnote ein
Das Vier-Augen-Prinzip: Erst- und Zweitgutachter bewerten die Bachelorarbeit vollständig unabhängig voneinander

Wie wird die Note zwischen Erst- und Zweitgutachter gewichtet?

An deutschen Hochschulen gilt im Standardfall eine gleichwertige Gewichtung (50 % / 50 %): Beide Gutachternoten werden addiert und durch zwei geteilt. Das arithmetische Mittel ergibt die Endnote der Bachelorarbeit — vor Berücksichtigung eines eventuellen Kolloquiums.

Konkretes Beispiel: Erstgutachter vergibt 1,7, Zweitgutachter vergibt 2,0 → Endnote der Arbeit = (1,7 + 2,0) ÷ 2 = 1,85, nach deutschen Rundungsregeln 1,9.

Abweichende Satzungen existieren. Manche Universitäten gewichten den Erstgutachter stärker (z. B. 60 % / 40 %), weil er den gesamten Entstehungsprozess begleitet hat. Die konkrete Gewichtungsregel steht in deiner Prüfungsordnung. Wie die Note der Bachelorarbeit dann in das Gesamtabschlusszeugnis einfließt, erklärt unser Artikel Wie stark zählt die Bachelorarbeit für die Abschlussnote?

Gleichwertige Notengewichtung: Erst- und Zweitgutachter tragen je 50 % zur Endnote der Bachelorarbeit bei – arithmetischer Mittelwert beider Gutachtennoten
Standardgewichtung an deutschen Hochschulen: Erst- und Zweitgutachter tragen je 50 % zur Endnote bei — die Arbeitsnote ist der arithmetische Mittelwert beider Gutachten

Was passiert bei unterschiedlichen Noten der beiden Gutachter?

Bei kleinen Abweichungen von bis zu einer Notenstufe greift automatisch der arithmetische Mittelwert — ohne weiteres Verfahren.

Bei größeren Abweichungen gibt es zwei Mechanismen:

  • Einigungsverfahren: Erst- und Zweitgutachter treten in Austausch und einigen sich auf eine gemeinsame Note. Das ist der häufigste Weg, wenn die Differenz zwischen zwei und drei Notenpunkten liegt.
  • Drittgutachter: Können sich beide Gutachter nicht einigen und übersteigt die Abweichung einen in der Prüfungsordnung festgelegten Schwellenwert, zieht das Prüfungsamt einen dritten Prüfer hinzu. Dessen Note entscheidet allein oder fließt als dritter Wert in den Mittelwert ein — je nach Hochschule.

Praktischer Hinweis: Eine Drittbegutachtung ist selten; die meisten Abweichungen bleiben unter einer ganzen Notenstufe. Wenn du überlegst, ob eine ungünstige Note nachträglich korrigiert werden kann, findest du alle Optionen im Artikel Darf man die Bachelorarbeit zweimal schreiben, um die Note zu verbessern?

Wie lange dauert das Zweitgutachten?

Das Zweitgutachten ist schlanker als das Erstgutachten, weil das Formular kürzer ist. Die Gesamtwartezeit richtet sich aber immer nach dem langsameren der beiden Gutachter — und das ist häufig der Erstgutachter.

Orientierungswerte für den Gesamtbegutachtungszeitraum:

  • 2–4 Wochen: Fachhochschulen mit standardisierten, kurzen Gutachtenformularen
  • 4–8 Wochen: Typischer Zeitrahmen an Universitäten, wenn beide Gutachten parallel laufen
  • Bis 12 Wochen: Bei hohem Lehrpensum des Erstgutachters, besonders gegen Semesterende oder in vorlesungsfreier Zeit

Den genauen Fristen-Rahmen für Abgabe und Benotung erklärt Wann muss man die Bachelorarbeit anmelden? Fristen & Ablauf 2026. Einen übergreifenden Überblick, wie viel Zeit für die Bachelorarbeit insgesamt einzuplanen ist, bietet außerdem Wie lange dauert eine Bachelorarbeit? (de.tesify.pro).

FAQ: Häufige Fragen zum Zweitgutachter

Kann ich meinen Zweitgutachter selbst vorschlagen?

An manchen Hochschulen kannst du beim Erstbetreuer eine Präferenz äußern, ein formales Vorschlagsrecht besteht aber nicht. Die endgültige Entscheidung liegt beim Prüfungsamt. Hast du einen bestimmten Fachexperten im Blick, sprich deinen Betreuer frühzeitig an — am besten vor der Themenanmeldung.

Darf der Zweitgutachter meine Note verbessern, wenn der Erstgutachter streng war?

Ja. Der Zweitgutachter bewertet vollkommen eigenständig. Gibt er eine bessere Note als der Erstgutachter, hebt der Mittelwert die Endnote an. Eine Absprache zwischen den Gutachtern vor der unabhängigen Bewertung ist unzulässig; sie kommunizieren erst, nachdem beide ihr Votum abgegeben haben.

Sieht der Zweitgutachter das Erstgutachten, bevor er bewertet?

Nein — zumindest nicht an Hochschulen, die echte Unabhängigkeit der Gutachten sicherstellen. Der Zweitgutachter erhält die Arbeit, nicht das erste Gutachten. Beide Noten werden erst nach Abgabe beider Gutachten zusammengeführt, um Beeinflussung zu vermeiden.

Was macht der Zweitgutachter, wenn die Bachelorarbeit durchgefallen ist?

Bewertet der Erstgutachter mit „nicht bestanden“ (5,0), prüft der Zweitgutachter die Arbeit besonders sorgfältig. Bestätigt auch er das Nicht-Bestehen, gilt die Arbeit als nicht bestanden. Kommt der Zweitgutachter hingegen auf eine ausreichende Note (4,0 oder besser), entscheidet ein Drittgutachter über das Ergebnis.

Ist der Zweitgutachter auch beim Kolloquium dabei?

Das hängt vom Prüfungsformat ab. An Universitäten, die eine Disputation oder Verteidigung vorsehen, ist der Zweitgutachter häufig anwesend und kann Fragen stellen. An Hochschulen, die kein Kolloquium vorsehen, beschränkt sich seine Rolle vollständig auf das schriftliche Gutachten.

Kann ich Einsicht in das Zweitgutachten nehmen?

Ja. Du hast nach Bekanntgabe der Note das Recht auf Akteneinsicht in beide Gutachten. Wende dich dafür an dein Prüfungsamt; die Frist für den Antrag beträgt typischerweise einen Monat nach Notenbekanntgabe. Nutze dieses Recht, um persönliches Feedback für künftige wissenschaftliche Arbeiten zu gewinnen.

Kontaktiert der Zweitgutachter mich persönlich?

Nein. Der Zweitgutachter hat keinen direkten Kontakt zu dir und bezieht sich ausschließlich auf die eingereichte Arbeit. Ausnahmen gibt es bei Prüfungsformaten, die eine kurze mündliche Rückfrage vorsehen — das ist eher an Universitäten als an Fachhochschulen üblich.

Muss die Bachelorarbeit für das Zweitgutachten erneut eingereicht werden?

Nein. Das Prüfungsamt leitet dein bereits eingereichtes Exemplar (digital oder in Papierform) an den Zweitgutachter weiter. Du musst nichts erneut einreichen. Achte deshalb schon bei der Erstabgabe auf die korrekte Exemplar-Anzahl, die deine Prüfungsordnung vorschreibt.

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