Wie stark zählt die Bachelorarbeit für die Abschlussnote? (2026)
Die Bachelorarbeit zählt in den meisten deutschen Bachelorstudiengängen zwischen 10 und 20 Prozent zur Abschlussnote, da sie typischerweise 10 bis 15 ECTS von insgesamt 180 Leistungspunkten umfasst. Die genaue Gewichtung ist in der jeweiligen Prüfungsordnung festgelegt und variiert je nach Hochschule, Fach und Studienmodell — ein genauer Blick in die eigene Prüfungsordnung ist deshalb unerlässlich.
Wie berechnet sich die Abschlussnote im Bachelorstudium?
Die Abschlussnote im Bachelor wird an deutschen Hochschulen nach dem ECTS-Gewichtungsverfahren berechnet. Das bedeutet: Jede einzelne Modulnote wird mit den dazugehörigen Leistungspunkten (Credit Points) multipliziert, alle gewichteten Noten werden addiert und durch die Gesamtzahl der ECTS-Punkte geteilt.
Die Formel lautet vereinfacht:
In diesem System hat die Bachelorarbeit genau das Gewicht ihrer zugewiesenen ECTS-Punkte — nicht mehr, nicht weniger. Wer also eine Arbeit mit 12 ECTS schreibt, und sein Studiengang umfasst 180 ECTS insgesamt, trägt die Arbeit mit rund 6,7 % bei. Vergibt die Hochschule 15 ECTS für die Arbeit, steigt der Anteil auf etwa 8,3 %.
Manche Hochschulen weichen von der reinen ECTS-Gewichtung ab und legen einen festen prozentualen Anteil für die Bachelorarbeit in der Prüfungsordnung fest — unabhängig von der ECTS-Zahl. In solchen Fällen kann die Arbeit 15 %, 20 % oder sogar 30 % der Endnote ausmachen.
Wie hoch ist die typische Gewichtung der Bachelorarbeit?
Auf Basis der Prüfungsordnungen deutscher Hochschulen lassen sich folgende Richtwerte ableiten:
| Gewichtung | ECTS der Bachelorarbeit | Typisches Vorkommen |
|---|---|---|
| ca. 6–8 % | 10–12 ECTS | Viele MINT-Studiengänge, FH |
| ca. 8–12 % | 12–15 ECTS | Wirtschaftswissenschaften, Sozialwiss. |
| ca. 15–20 % | 15 ECTS oder Fixanteil | Geisteswiss., Pädagogik, Lehramt |
| bis 30 % | Fixanteil lt. Prüfungsordnung | Einzelne Studiengänge, duale HS |
Diese Werte sind Orientierungsgrößen. Verbindlich ist ausschließlich die Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs. Alle Angaben ohne Quellenbeleg aus der eigenen Hochschule sollten als Richtwerte verstanden werden.
Notendurchschnitt mit ECTS-Gewichtung berechnen — Schritt für Schritt
Wie die Abschlussnote aus ECTS-gewichteten Modulnoten berechnet wird — erklärt am konkreten Beispiel mit Formel und Rechenweg.
Wie sieht die Gewichtung in verschiedenen Studiengängen aus?
Konkrete Beispiele verdeutlichen die Bandbreite:
- TU München — Ingenieurwissenschaften: Die Prüfungsordnungen vieler TUM-Bachelorstudiengänge vergeben 12 ECTS für die Bachelorarbeit bei 180 ECTS Gesamtumfang — das entspricht einer Gewichtung von ca. 6,7 %.
- LMU München — Betriebswirtschaftslehre: Im BWL-Bachelorstudiengang wird die Abschlussarbeit mit 12 ECTS berücksichtigt; hinzu kommt ein Kolloquium mit separater Note.
- Humboldt-Universität zu Berlin — Sozialwissenschaften: Hier ist die Gewichtung in der jeweiligen Fachprüfungsordnung geregelt; in sozialwissenschaftlichen Fächern sind 15 ECTS für die Bachelorarbeit üblich.
- DHBW — duale Studiengänge: An der DHBW kann die Bachelorarbeit bis zu 20 % der Gesamtnote ausmachen, wie die Erläuterungen zur Bachelorarbeit der DHBW Mosbach verdeutlichen.
Die Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs ist in jedem Fall die maßgebliche Quelle. Die Informationen werden in der Regel auf der Website des Prüfungsamts oder im Studierendenportal veröffentlicht.
Zählt das Kolloquium separat zur Note?
An vielen Hochschulen ist das Kolloquium — die mündliche Verteidigung der Bachelorarbeit — eine separate Prüfungsleistung mit eigener Note und eigenem ECTS-Gewicht. In solchen Fällen setzt sich die Gesamtnote aus drei Komponenten zusammen: Studienleistungen, Bachelorarbeit und Kolloquium.
Andere Hochschulen berechnen eine gemeinsame Note aus schriftlicher Arbeit und mündlicher Prüfung nach einem definierten Schlüssel, etwa 75 % schriftlich und 25 % mündlich. Wer wissen möchte, ob ein Kolloquium verpflichtend ist und wie es gewichtet wird, sollte direkt in der Prüfungsordnung nachschlagen oder das Prüfungsamt fragen.
Kann eine gute Bachelorarbeit die Gesamtnote noch retten?
Ja — aber in begrenztem Umfang. Bei einer Gewichtung von 10–15 % kann eine sehr gute Bachelorarbeit (Note 1,0) die Gesamtnote um einige Zehntelpunkte verbessern. Konkret: Wer auf einen Notenschnitt von 2,5 kommt und die Bachelorarbeit mit 1,0 abschließt, kann seine Endnote bei einer Gewichtung von 15 % auf rund 2,3 verbessern — sofern die Formel linear gewichtet.
Umgekehrt kann eine schlechte Bachelorarbeit eine bis dahin gute Gesamtnote merklich verschlechtern. Der Einfluss ist also real, aber weniger dramatisch als viele Studierende annehmen. Wer die Note gezielt verbessern möchte, sollte sich daher auf alle Modulprüfungen konzentrieren — und die Bachelorarbeit mit der gebotenen Sorgfalt angehen.
Einen vollständigen Überblick über Seitenumfang und Erwartungen gibt der Artikel Wie viele Seiten hat eine Bachelorarbeit?, der die Richtwerte nach Fach und Hochschule aufschlüsselt. Ob man eine bestandene Arbeit überhaupt wiederholen darf, um die Note anzuheben, klärt der Artikel Darf man die Bachelorarbeit zur Notenverbesserung wiederholen?.
Wie findet man die genaue Gewichtung in der eigenen Prüfungsordnung?
Die Prüfungsordnung ist ein öffentlich zugängliches Dokument und sollte auf der Website der eigenen Hochschule abrufbar sein. Folgende Schritte helfen beim Auffinden:
- Website des Prüfungsamts oder des Studiendekanats aufrufen.
- Die für den eigenen Studiengang gültige Prüfungsordnung herunterladen.
- Im Dokument nach Begriffen wie „Gewichtung”, „Abschlussnote”, „Bachelorarbeit” oder „Gesamtnote” suchen.
- Modulhandbuch ergänzend prüfen — dort sind die ECTS-Punkte je Modul aufgeführt.
Wer sich unsicher ist, kann direkt beim Prüfungsamt nachfragen oder die Studienberatung in Anspruch nehmen. Die meisten Hochschulen bieten entsprechende Sprechstunden auch online an.
Wie unterstützt Tesify beim Schreiben einer besseren Bachelorarbeit?
Da die Bachelorarbeit messbar in die Endnote eingeht, lohnt es sich, die verfügbare Schreibzeit effizient zu nutzen. Tesify — Schreibe deine Abschlussarbeit mit KI hilft dir dabei, Gliederung, Argumentation und wissenschaftlichen Stil von Anfang an auf das geforderte Niveau zu bringen. Die Tesify Plagiatsprüfung stellt sicher, dass keine unbeabsichtigten Übereinstimmungen die Bewertung gefährden — bevor die Arbeit eingereicht wird.
Ergänzend lohnt sich ein Blick auf Wie überarbeitet und lektoriert man die Bachelorarbeit vor der Abgabe — eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die finale Überarbeitungsphase.
FAQ: Häufige Fragen zur Gewichtung der Bachelorarbeit
Zählt die Bachelorarbeit wirklich nur 10–20 %?
In den meisten Studiengängen ja. Da eine Bachelorarbeit typischerweise 10–15 ECTS bei 180 Gesamtpunkten umfasst, beträgt ihr mathematischer Anteil rund 6–8 %. Manche Prüfungsordnungen legen jedoch einen erhöhten Fixanteil von bis zu 20 oder 30 % fest. Die eigene Prüfungsordnung gibt Auskunft.
Was passiert, wenn ich die Bachelorarbeit nicht bestehe?
Eine nicht bestandene Bachelorarbeit muss wiederholt werden. Die meisten Prüfungsordnungen erlauben einen zweiten Versuch. Wird auch dieser nicht bestanden, kann das zur Exmatrikulation führen. Genaueres erklärt der Artikel zu den Rechten und Fristen nach dem Nichtbestehen.
Kann man die Bachelorarbeit wiederholen, um die Note zu verbessern?
In den meisten deutschen Prüfungsordnungen ist eine Wiederholung der Bachelorarbeit zur Notenverbesserung nicht vorgesehen — sie ist ausschließlich nach einem Nichtbestehen erlaubt. Ob ein Freiversuch oder ein Verbesserungsversuch existiert, hängt von der konkreten Hochschule ab.
Wie viele ECTS hat eine Bachelorarbeit in der Regel?
Die typische Bandbreite liegt bei 10 bis 15 ECTS. Einige Studiengänge vergeben nur 6 ECTS, andere bis zu 20 ECTS. Der zugewiesene ECTS-Wert ergibt sich direkt aus dem Modulhandbuch des Studiengangs.
Zählt das Kolloquium zur Bachelorarbeitsnote dazu?
Das kommt auf die Hochschule an. Manche Hochschulen bilden eine gemeinsame Note aus schriftlicher Arbeit und Kolloquium, andere bewerten beide Teile separat. Die Prüfungsordnung gibt die genaue Regelung vor.
Beeinflusst die Bachelorarbeit die Note im Masterzeugnis?
Nein, direkt nicht. Die Bachelorabschlussnote geht nicht automatisch in die Masternote ein. Allerdings kann die Bachelorabschlussnote für die Zulassung zum Masterstudium relevant sein, da viele Hochschulen einen Mindestwert voraussetzen.
Wie stark kann eine 1,0 in der Bachelorarbeit die Gesamtnote verbessern?
Bei einer Gewichtung von 15 % und einem bisherigen Schnitt von 2,5 kann eine 1,0 in der Bachelorarbeit die Endnote auf ca. 2,3 verbessern — also um etwa 0,2 Notenpunkte. Der genaue Effekt hängt vom Gewicht und den übrigen Noten ab.
Wo findet man die genaue Berechnungsformel für die Abschlussnote?
Die Berechnungsformel steht in der Prüfungsordnung des Studiengangs, oft im Abschnitt „Gesamtnote” oder „Abschlussnote”. Ergänzend helfen das Modulhandbuch und das Prüfungsamt bei der konkreten Berechnung.
Kann eine schlechte Bachelorarbeit einen guten Schnitt ruinieren?
Bei einer Gewichtung von 10–15 % ist der negative Effekt einer schwachen Arbeit begrenzt, aber spürbar. Wer z. B. einen Schnitt von 1,8 hat und die Arbeit mit 3,0 abschließt, landet je nach Gewichtung bei einer Endnote von ca. 2,0–2,1. Eine vollständige Ruinierung des Schnitts ist bei niedrigem Gewicht mathematisch kaum möglich.
Gilt dieselbe Gewichtungsregel auch an österreichischen und schweizer Hochschulen?
Das ECTS-System ist in der gesamten DACH-Region und im europäischen Hochschulraum verbreitet, jedoch gelten in Österreich und der Schweiz jeweils nationale Regelungen. An österreichischen Universitäten legt das jeweilige Satzungsdokument die Berechnung fest; Schweizer Hochschulen folgen ähnlichen Prinzipien, mit hochschulspezifischen Abweichungen.




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