Studiengebühren in Österreich & der Schweiz 2026: Der Daten-Vergleich (DACH)
Im deutschsprachigen Hochschulraum klafft ein erhebliches Gefälle: Während ein Studium an deutschen Staatsuniversitäten für EU-Bürgerinnen und -Bürger weitgehend kostenfrei bleibt, zahlen Studierende in der Schweiz je nach Hochschule 425 bis 2.190 CHF pro Semester — und in Österreich greifen Studiengebühren spätestens dann, wenn die Regelstudienzeit um mehr als zwei Semester überschritten wird oder man aus einem Drittland stammt. Dieser Artikel legt die aktuellen Daten für das Wintersemester 2026/27 vor und zeigt, wo das Studium im DACH-Raum wie viel kostet.
Studiengebühren in Österreich 2026
Das österreichische Studiengebührenmodell basiert auf zwei voneinander getrennten Beträgen: dem ÖH-Beitrag (Pflichtbeitrag an die Österreichische Hochschüler_innenschaft) und dem eigentlichen Studienbeitrag, der für bestimmte Gruppen anfällt.
ÖH-Beitrag WS 2026/27
Der ÖH-Beitrag beträgt im Wintersemester 2026/27 26,20 € pro Semester. Er ist von allen Studierenden unabhängig von Nationalität und Studienart zu entrichten. Quelle: oeh.ac.at – ÖH-Beitrag. Der Beitrag finanziert die studentischen Interessensvertretungen und Services auf Universitäts- und Bundesebene.
Studienbeitrag für EU/EWR-Bürgerinnen und -Bürger
EU- und EWR-Staatsangehörige sind an öffentlichen Universitäten (Uni Wien, TU Wien, TU Graz, Uni Graz, JKU Linz etc.) von Studiengebühren befreit — sofern sie die Regelstudienzeit nicht um mehr als zwei Semester überschreiten. Andernfalls fallen 726,72 € pro Semester an. Gleiches gilt für Studierende mit Bildungsinländer-Status sowie Personen aus Entwicklungsländern nach dem DAC-Index.
Studienbeitrag für Drittstaatsangehörige
Wer aus einem Nicht-EU-Staat stammt, zahlt an österreichischen öffentlichen Universitäten standardmäßig 726,72 € pro Semester zuzüglich des ÖH-Beitrags, also insgesamt 752,92 € pro Semester. Quelle: Universität Wien – Höhe Studienbeitrag.
Fachhochschulen (FH) in Österreich
FHs haben eigenständige Gebührenmodelle. Die FH Joanneum führte ab WS 2026/27 für Neueinschreibende einen Beitrag von 363,36 €/Semester ein. Drittstaatsangehörige zahlen dort die doppelte Gebühr (726,72 €). FH Wien of WKW und andere FHs folgen teils ähnlichen Modellen.
Studiengebühren in der Schweiz 2026
Die Schweizer Hochschullandschaft ist dezentral organisiert; die Kantone legen die Gebühren ihrer Universitäten eigenständig fest. swissuniversities koordiniert eine Übersicht aller Tarife. Quelle: swissuniversities.ch – Tuition Fees.
| Universität | CH/EU-Bürger | Nicht-CH/Nicht-EU | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| ETH Zürich | 730 CHF | 2.190 CHF | Nicht-CH/EU-Gebühr verdreifacht ab Herbst 2025 |
| Universität Zürich (UZH) | 720 CHF | 720 CHF | Keine Differenzierung nach Herkunft |
| Universität Basel | 850 CHF | 850 CHF | Verdopplung bei Überschreitung (→ 1.700 CHF) |
| Universität Bern | 750 CHF | 950 CHF | |
| EPFL (Lausanne) | 730 CHF | 730 CHF | Gleiche Gebühr für alle |
| Universität St. Gallen (HSG) | 1.226 CHF | 1.226 CHF | Höchste Gebühr unter Kantonsunis |
Zum Vergleich: 730 CHF entsprechen bei einem Wechselkurs von ca. 1,05 CHF/€ rund 695 € — also deutlich mehr als in Deutschland oder Österreich (EU-Bürger). Für Deutsche und andere EU-Bürger gelten in der Schweiz die gleichen Tarife wie für Inländer an den meisten Kantonsuniversitäten.
swissuniversities – Offizielle Übersicht Studiengebühren Schweiz 2026
Aktuelle Semestergebühren aller Schweizer Universitäten und Fachhochschulen — aufgeschlüsselt nach Studierendenherkunft (CH, EU, Drittstaaten).
Studiengebühren in Deutschland 2026 (Vergleich)
In Deutschland existieren für grundständige Studiengänge (Bachelor/Master) an staatlichen Universitäten keine eigentlichen Studiengebühren für Erst- und Zweitstudium. Was anfällt:
- Semesterbeitrag / Verwaltungsgebühr: 50–350 €/Semester, je nach Bundesland und Hochschule. Enthält häufig das Semesterticket für den ÖPNV.
- Baden-Württemberg: Seit 2017 zahlen Nicht-EU-Studierende 1.500 €/Semester Studiengebühren.
- Weiterbildungsmasterstudiengänge: Häufig 5.000–25.000 € gesamt, marktpreisgesteuert.
Details zur Studienfinanzierung in Deutschland — BAföG, Nebenjobs, Stipendien — fasst der Artikel zur Studienfinanzierung in Deutschland 2026 zusammen.
DACH-Vergleichstabelle im Überblick
| Land | Gebühr/Semester (EU-Bürger) | Gebühr/Semester (Nicht-EU) | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Deutschland (DE) | 0 € + 50–350 € Beitrag | 0–1.500 € (BW) | BW: 1.500 €/Sem für Nicht-EU |
| Österreich (AT) | 26,20 € (ÖH) | 753 € (inkl. ÖH) | EU befreit bei Regelstudienzeiteinhaltung |
| Schweiz (CH) — Ø Kantonsuni | 720–850 CHF (~685–810 €) | 720–2.190 CHF | ETH: starker Aufschlag für Nicht-CH/EU |
Drittstaatsangehörige: Wie hoch sind die Mehrkosten?
Für Studierende aus Ländern außerhalb der EU/EWR ist die Schweiz teurer als Deutschland, aber vergleichbar mit Österreich. Ein Jahresstudium an der ETH Zürich kostet für Nicht-CH/Nicht-EU-Studierende ab 2025/26 4.380 CHF (~4.170 €) — das ist eine Verdreifachung gegenüber dem bisherigen Tarif von 730 CHF/Semester. Die EPFL hält dagegen den einheitlichen Tarif von 730 CHF für alle aufrecht.
In Österreich zahlen Drittstaatsangehörige wie beschrieben 726,72 € zusätzlich zum ÖH-Beitrag. Für ein zweisemestriges Studienjahr summiert sich das auf 1.505 € — verglichen mit z.B. UK-Universitäten (oft 15.000–25.000 £/Jahr) ein ausgesprochen günstiges Angebot.
Wer als internationaler Studierender seinen Aufenthalt in DACH finanzieren möchte, sollte auch die Stipendien-Datenbank für Deutschland, Österreich und die Schweiz konsultieren.
Finanzierungsmöglichkeiten im DACH-Raum
Studiengebühren sind nur ein Teil der Gesamtkosten. In der Schweiz kommen Lebenshaltungskosten hinzu, die zu den höchsten Europas zählen. Das Studentenwerk-Äquivalent (Vereinigung der Studierendenwerke Zürich) schätzt den monatlichen Gesamtbedarf für Zürich auf 2.200–2.800 CHF. Zum Vergleich: In Wien liegen die monatlichen Kosten für Studierende laut Statistik Austria bei etwa 1.200–1.600 €.
Wer sich frühzeitig um Bewerbungsfristen für Stipendien und Förderanträge kümmert, findet im Bewerbungsfristen-Kalender 2026/27 für DACH eine strukturierte Übersicht aller wichtigen Termine.
Für die Abschlussarbeit im Master oder als Teil einer Promotion bietet Tesify KI-gestützte Unterstützung beim Schreiben und Strukturieren wissenschaftlicher Texte.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel kostet ein Studium in Österreich für EU-Bürger 2026?
EU-Bürger zahlen an österreichischen öffentlichen Universitäten lediglich den ÖH-Beitrag von 26,20 € pro Semester (WS 2026/27), solange sie die Regelstudienzeit nicht um mehr als zwei Semester überschreiten. Bei Überschreitung fällt ein Studienbeitrag von 726,72 €/Semester an. Quelle: oeh.ac.at.
Was kostet ein Studium an der ETH Zürich 2026?
Schweizer Staatsbürger und EU-Bürger zahlen an der ETH Zürich 730 CHF pro Semester. Für Studierende aus Drittstaaten (außerhalb CH/EU) wurde die Gebühr ab Herbst 2025 auf 2.190 CHF pro Semester erhöht. Quelle: ethz.ch.
Gibt es Studiengebühren in Deutschland für ausländische Studierende?
Die meisten Bundesländer erheben keine Studiengebühren für EU- und Nicht-EU-Studierende. Baden-Württemberg ist die wichtigste Ausnahme: Seit 2017 zahlen Nicht-EU-Studierende dort 1.500 € pro Semester. Hinzu kommen überall Semesterbeiträge von 50–350 € (inklusive ÖPNV-Ticket).
Welche Schweizer Universität hat die höchsten Studiengebühren?
Unter den Kantonalsuniversitäten hat die Universität St. Gallen (HSG) mit 1.226 CHF pro Semester die höchsten Studiengebühren. Für Nicht-CH/Nicht-EU-Studierende ist die ETH Zürich mit 2.190 CHF/Semester (ab Herbst 2025) am teuersten. Quelle: swissuniversities.ch.
Was ist der ÖH-Beitrag und wer muss ihn zahlen?
Der ÖH-Beitrag ist ein Pflichtbeitrag an die Österreichische Hochschüler_innenschaft, den alle Studierenden unabhängig von Nationalität und Studienform entrichten müssen. Im WS 2026/27 beträgt er 26,20 €. Er finanziert studentische Interessensvertretungen und Services.
Ist Studieren in der Schweiz teurer als in Deutschland?
Ja, deutlich. Schweizer Semestergebühren liegen bei 720–1.226 CHF (ca. 685–1.165 €), während deutsche Staatsuniversitäten keine Studiengebühren im eigentlichen Sinne erheben. Dazu kommen in der Schweiz erheblich höhere Lebenshaltungskosten (Zürich: ca. 2.200–2.800 CHF/Monat).




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