Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen? Regeln an TU München, LMU und Humboldt 2026

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Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen? Regeln an TU München, LMU und Humboldt 2026

Direkte Antwort: Ja, man darf KI für die Bachelorarbeit nutzen — sofern die Nutzung vollständig deklariert wird. An TU München, LMU und Humboldt-Universität gilt 2026 eine Kennzeichnungspflicht für generative KI. Nicht deklarierte KI-Texte gelten als Täuschungsversuch.

Ist KI-Nutzung grundsätzlich erlaubt?

Die Frage, ob man KI für die Bachelorarbeit nutzen darf, beschäftigt 2026 nahezu jeden Studierenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Antwort ist differenziert: KI-Nutzung ist nicht per se verboten, aber an klare Bedingungen geknüpft, die von Hochschule zu Hochschule variieren.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob du ein KI-Tool verwendest, sondern wie du es verwendest und ob du es angibst. Hochschulen unterscheiden 2026 zwischen KI als Hilfswerkszeug (erlaubt mit Deklaration) und KI als Textproduzent (mit unterschiedlichen Regelungen je nach Institution).

Grundsätzlich gilt: Werkzeuge wie Grammatikprüfer (z. B. Duden Mentor), Übersetzungshilfen (DeepL) und Literaturverwaltung fallen in der Regel nicht unter die KI-Deklarationspflicht. Generative Sprachmodelle wie ChatGPT, Tesify oder Claude hingegen schon — wenn sie Textinhalte produzieren, die du übernimmst.

Regeln an der TU München

Die Technische Universität München hat 2023 einen umfassenden KI-Leitfaden veröffentlicht, der 2025 und 2026 mehrfach aktualisiert wurde. Die TU München unterscheidet zwischen drei Nutzungsszenarien:

Szenario 1: KI-Nutzung nicht erlaubt

Wenn der Prüfer oder die Prüfungsordnung KI-Nutzung explizit ausschließt, gilt ein vollständiges Verbot. Dies kommt vor allem bei Prüfungsarbeiten vor, bei denen die eigenständige Denk- und Schreibleistung bewertet wird.

Szenario 2: KI-Nutzung mit Deklaration erlaubt

Der Regelfall an der TU München: KI darf zur Unterstützung genutzt werden, muss aber vollständig dokumentiert werden. Gefordert werden: Name des Tools, Version, Verwendungszweck, betroffene Textpassagen und Angabe, ob und wie die generierten Inhalte bearbeitet wurden.

Szenario 3: KI-Nutzung aktiv empfohlen

In einigen technischen Studiengängen der TU München wird KI-Nutzung mittlerweile aktiv gefördert — als Ausdruck moderner wissenschaftlicher Praxis. Hier gelten weiterhin Deklarationspflichten, aber keine inhaltlichen Beschränkungen.

Wichtig: Informiere dich vor Beginn der Arbeit bei deinem Betreuer und in der aktuellen Prüfungsordnung deines Fachbereichs. Die Regelungen an der TU München sind fachbereichsspezifisch und können stark variieren.

Regeln an der LMU München

Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat ebenfalls differenzierte Regelungen für KI in wissenschaftlichen Arbeiten entwickelt. Die LMU hat 2024 hochschulweite Empfehlungen herausgegeben, lässt aber einzelnen Fachbereichen Spielraum.

LMU-Grundsatz: Eigenleistung bleibt Pflicht

An der LMU gilt 2026: Die wissenschaftliche Eigenleistung — also die Entwicklung einer Fragestellung, die kritische Auseinandersetzung mit Literatur und die eigenständige Argumentation — muss erkennbar vom Studierenden erbracht werden. KI darf Hilfstätigkeiten übernehmen, nicht die Kernleistung.

Erlaubte KI-Nutzung an der LMU

  • Sprachliche Überarbeitung und Korrektorat (mit Deklaration)
  • Unterstützung bei der Literaturrecherche
  • Zusammenfassung von Quellen (mit kritischer Überprüfung)
  • Erstellung von Gliederungsentwürfen (mit Angabe)

Nicht zulässig an der LMU

  • Vollständig KI-generierte Textabschnitte ohne Deklaration
  • KI-generierte Literaturangaben ohne Überprüfung
  • Falschangaben in der Eigenständigkeitserklärung über die Nutzung von KI

Das Institut für Strategie, Technologie und Organisation der LMU München veröffentlicht auf seiner Website aktualisierte Formvorschriften für Abschlussarbeiten — diese sollten immer als primäre Quelle herangezogen werden.

Regeln an der Humboldt-Universität Berlin

Die Humboldt-Universität zu Berlin hat ebenfalls einen KI-Handlungsleitfaden entwickelt. Besonderheit in Berlin: Die Humboldt-Universität betont den kritischen Umgang mit KI als Bildungsziel — Studierende sollen lernen, KI-Outputs kritisch zu hinterfragen statt sie unkritisch zu übernehmen.

Berliner Ansatz: KI als Lerngegenstand

An der Humboldt-Universität wird KI nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Forschungs- und Lerngegenstand betrachtet. Das bedeutet: Wer KI in seiner Abschlussarbeit nutzt, kann dies in manchen Fachbereichen sogar als methodischen Ansatz beschreiben und reflektieren — was die Arbeit inhaltlich bereichert.

Prüfungsrechtliche Grundlage an der HU Berlin

Die Prüfungsordnung der HU Berlin sieht vor, dass Täuschungsversuche — wozu die nicht deklarierte Nutzung generativer KI zählt — mit einer Bewertung von 5,0 (nicht bestanden) oder dem Entzug des akademischen Titels geahndet werden können. Die Verjährungsfrist für Plagiate kann mehrere Jahre betragen.

Andere große Hochschulen im Überblick

Hochschule KI-Nutzung erlaubt? Deklarationspflicht Besonderheit
Universität zu Köln Ja (mit Einschränkungen) Pflicht FAQ-Seite zu ChatGPT veröffentlicht
Universität Hohenheim Ja (mit Genehmigung) Pflicht Explizite Prüfungsrichtlinien für KI
Hochschule Wismar Ja (unterstützend) Pflicht Eigener KI-Leitfaden veröffentlicht
FU Berlin Je nach Fachbereich Pflicht Sehr fachbereichsspezifisch
Universität Wien (AT) Ja (mit Deklaration) Pflicht Eigene österreichische Rechtslage
ETH Zürich (CH) Ja (nach Vorgabe) Pflicht Detaillierte ETH-Richtlinien

Was ist erlaubt — was ist verboten?

In der Regel erlaubt (mit Deklaration)

  • KI zur Ideenfindung, Brainstorming und Themenstrukturierung
  • KI zur sprachlichen Überarbeitung von eigenem Text
  • KI zur Zusammenfassung von Quellen (mit kritischer Überprüfung)
  • KI als Rechercheeinstieg für die Literaturrecherche
  • KI zur Übersetzung fremdsprachiger Quellen

In der Regel problematisch oder verboten

  • Vollständig KI-generierte Textabschnitte ohne Deklaration
  • Übernahme von KI-generierten Literaturangaben ohne Verifikation
  • Keine Offenlegung in der Eigenständigkeitserklärung
  • KI-Texte, bei denen keine eigenständige wissenschaftliche Leistung mehr erkennbar ist
  • Verwendung von KI in einer Prüfungsarbeit, bei der KI explizit verboten wurde

Die Deklarationspflicht korrekt umsetzen

Die korrekte Umsetzung der Deklarationspflicht ist 2026 eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für Studierende. Ein gut formulierter KI-Disclaimer in der Eigenständigkeitserklärung oder einem separaten Anhang schützt vor prüfungsrechtlichen Konsequenzen.

Was muss deklariert werden?

  1. Name des Tools: z. B. “Tesify (Version 2.1)”, “ChatGPT (GPT-4o, Stand März 2026)”
  2. Verwendungszweck: z. B. “zur sprachlichen Überarbeitung von Kapitel 3” oder “zur Unterstützung bei der Literaturrecherche”
  3. Betroffene Abschnitte: Angabe der Kapitel oder Passagen, bei denen KI eingesetzt wurde
  4. Art der Nachbearbeitung: Wurde der KI-Output überprüft, verändert und eigenständig bearbeitet?

Musterformulierung für die Eigenständigkeitserklärung

“Im Rahmen dieser Arbeit habe ich folgende KI-Tools unterstützend eingesetzt: [Tool 1] für [Zweck, Kapitel], [Tool 2] für [Zweck]. Die generierten Inhalte wurden kritisch überprüft, eigenständig überarbeitet und entsprechen meiner eigenen wissenschaftlichen Leistung. Die Verantwortung für alle Aussagen und Quellen liegt bei mir.”

Prüfe immer die spezifische Mustervorlage deiner Hochschule — viele Universitäten haben 2026 eigene Vordrucke für die KI-Deklaration veröffentlicht, etwa die HWR Berlin oder die Hochschule Wismar.

Welches KI-Tool ist für die Bachelorarbeit empfehlenswert?

Wenn du KI regelkonform in deiner Bachelorarbeit einsetzen möchtest, empfehlen wir Tesify als primäres Werkzeug. Tesify ist speziell für akademische Abschlussarbeiten entwickelt und berücksichtigt die Anforderungen an Zitierweise, Quellenangaben und akademischen Schreibstil in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Korrekte Quellenangaben ohne Halluzinationen
  • Integrierte Plagiatsprüfung vor der Abgabe
  • Workflow, der eigenständige wissenschaftliche Leistung unterstützt statt ersetzt
  • Kostenlos nutzbar — ohne Kreditkarte

Mehr zu den besten KI-Tools für verschiedene Phasen der Abschlussarbeit findest du in unserem Artikel Was ist das beste KI-Tool für Abschlussarbeiten? Der vollständige Vergleich 2026.

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Konsequenzen bei nicht deklarierter KI-Nutzung

Die prüfungsrechtlichen Konsequenzen für nicht deklarierte KI-Nutzung sind 2026 an deutschen Hochschulen erheblich. Der nicht deklarierte Einsatz generativer KI fällt prüfungsrechtlich unter den Tatbestand des Täuschungsversuchs — als Unterform des Plagiats.

Mögliche Sanktionen

  • Bewertung mit 5,0 (nicht bestanden): Die Arbeit wird als nicht erbracht gewertet
  • Nichtanerkennung der Prüfungsleistung mit Pflicht zur Wiederholung
  • Exmatrikulation bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen
  • Aberkennung des Titels — auch nach der Verleihung, innerhalb der Verjährungsfrist

Wichtig: KI-Detektoren liefern keine beweiskräftigen Ergebnisse — ein Scan allein kann keine Sanktion begründen. Es muss ein förmliches Prüfungsverfahren eingeleitet werden, in dem der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gilt. Dennoch ist das Risiko real, und korrekte Deklaration ist der einzige zuverlässige Schutz.

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Artikel Ist KI-Nutzung bei der Bachelorarbeit Plagiat? Prüfungsrecht und Konsequenzen 2026.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen?

Ja, in den meisten Fällen ist KI-Nutzung erlaubt, solange sie deklariert wird. An TU München, LMU und Humboldt-Universität gilt eine Kennzeichnungspflicht. Die genauen Regeln hängen vom Fachbereich und der Prüfungsordnung ab — immer vorher beim Betreuer nachfragen.

Muss ich ChatGPT in meiner Bachelorarbeit angeben?

Ja, wenn du ChatGPT zur Erstellung von Textinhalten, zur Überarbeitung oder zur Ideenfindung genutzt hast, musst du das in deiner Eigenständigkeitserklärung angeben. Typischerweise müssen Name des Tools, Version, Verwendungszweck und betroffene Abschnitte genannt werden.

Was passiert, wenn man KI in der Bachelorarbeit nicht angibt?

Nicht deklarierte KI-Nutzung gilt als Täuschungsversuch und kann je nach Schwere des Verstoßes zur Bewertung mit 5,0, zur Nichtanerkennung der Arbeit oder in schwerwiegenden Fällen zur Exmatrikulation führen. Der akademische Titel kann auch rückwirkend aberkannt werden.

Kann ich Grammatik-Tools wie Duden Mentor nutzen, ohne es anzugeben?

Reine Rechtschreib- und Grammatikprüfprogramme wie Duden Mentor oder die Rechtschreibkorrektur in Word fallen typischerweise nicht unter die Deklarationspflicht für generative KI. Die Grenze liegt bei Tools, die eigenständig Textinhalte generieren, also sprachliche Inhalte erzeugen statt nur korrigieren.

Erkennen Hochschulen, ob ich KI genutzt habe?

Hochschulen setzen zunehmend KI-Detektoren (z. B. Turnitin KI-Erkennung) ein. Diese liefern jedoch keine beweiskräftigen Ergebnisse — sie zeigen Wahrscheinlichkeiten. Ein positiver Scan allein kann keine Sanktion begründen, aber er kann ein förmliches Prüfungsverfahren einleiten.

Darf ich DeepL für meine Bachelorarbeit nutzen?

DeepL als Übersetzungstool fällt meistens nicht unter die generative KI-Deklarationspflicht. DeepL Write (Textverbesserung) liegt in einer Grauzone — informiere dich bei deiner Hochschule. Grundsätzlich gilt: Im Zweifel lieber deklarieren als riskieren.

Was ist der Unterschied zwischen KI als Täuschung und KI als Hilfsmittel?

Der entscheidende Faktor ist die Deklaration und die Eigenleistung. KI als transparentes Hilfsmittel — mit vollständiger Angabe und erkennbarer eigener wissenschaftlicher Leistung — ist an den meisten Hochschulen zulässig. KI, die vollständig die Kernleistung ersetzt und nicht angegeben wird, gilt als Täuschung.

Gilt die Deklarationspflicht auch für Masterarbeiten?

Ja, die Deklarationspflicht gilt für alle Abschlussarbeiten — Bachelor-, Master- und Dissertationen. Bei Masterarbeiten ist die Anforderung an die eigenständige wissenschaftliche Leistung noch höher, was bedeutet, dass KI-Nutzung besonders kritisch bewertet werden kann.

Kann ich mich auf KI-generierte Quellen beziehen?

Nein. KI-generierte Texte sind keine zitierfähigen wissenschaftlichen Quellen. Du kannst angeben, dass du eine Idee mit ChatGPT entwickelt hast, aber du kannst ChatGPT nicht als Quelle für eine wissenschaftliche Aussage zitieren. Alle Fakten und Argumente müssen auf verifizierbaren, wissenschaftlichen Quellen basieren.

Wie lange gilt die Verjährungsfrist für Plagiate in der Bachelorarbeit?

Die Verjährungsfristen variieren je nach Bundesland und Hochschule. In der Regel gelten Fristen von 5 bis 10 Jahren. Das bedeutet: Ein nachträglich entdecktes Plagiat — oder eine nicht deklarierte KI-Nutzung — kann auch Jahre nach der Verleihung des Titels noch zur Aberkennung führen.

Weiterführende Artikel: Ist KI-Nutzung bei der Bachelorarbeit Plagiat? | Bestes KI-Tool für Abschlussarbeiten 2026 | Wie lang muss eine Bachelorarbeit sein?


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