KI-Nutzung in der Eigenständigkeitserklärung korrekt formulieren (2026)
Du hast ChatGPT für Brainstorming genutzt, einen KI-Editor für die Überarbeitung einzelner Absätze und ein KI-gestütztes Tool zur Plagiatsprüfung – und jetzt sitzt du vor der Eigenständigkeitserklärung und fragst dich: Was muss ich genau angeben? Zu wenig zu erklären ist riskant, zu viel kann Zweifel an deiner Eigenleistung wecken. Die KI Eigenständigkeitserklärung formulieren ist 2026 zu einer der häufigsten Unsicherheiten im Schreibprozess geworden.
Dieser Artikel gibt dir konkrete Formulierungsbeispiele, erklärt die rechtliche Grundlage und zeigt, wie du transparent bleibst – ohne dich unnötig zu belasten.
Warum KI-Nutzung deklariert werden muss
Die Eigenständigkeitserklärung ist eine rechtlich bindende Erklärung. Du versicherst darin, dass du die Arbeit selbstständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln verfasst hast. KI-Tools sind Hilfsmittel – genauso wie Wörterbücher, Lektoren oder Statistiksoftware. Wer sie nutzt und nicht angibt, macht eine unwahre Aussage in einem Prüfungsdokument. Das kann als Täuschungsversuch gewertet werden, mit Konsequenzen von der Notenverschlechterung bis zur Exmatrikulation.
Gleichzeitig: Nicht jede KI-Nutzung ist gleich. Eine Rechtschreibprüfung via KI wird anders bewertet als ein KI-generierter Argumentationsabschnitt, den du unverändert übernimmst. Der Unterschied liegt in der intellektuellen Eigenleistung – und die musst du in deiner Erklärung sichtbar machen.
Regelvielfalt an deutschen Hochschulen
2026 gibt es in Deutschland keine einheitliche Bundesregelung für KI in Abschlussarbeiten. Jede Hochschule – teils jeder Fachbereich – hat eigene Regeln. Eine Orientierung bieten offiziell veröffentlichte Handreichungen:
- Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) stellt Formulierungsvorschläge für verschiedene Nutzungsszenarien bereit.
- Die HTW Berlin empfiehlt ein separates KI-Verzeichnis als Anlage zur Eigenständigkeitserklärung.
- Das Gemeinsame Prüfungsamt Kiel veröffentlicht ein Muster für Bachelor- und Masterarbeiten mit KI-Bezug.
Dein erster Schritt: Prüfe die Prüfungsordnung und Richtlinien deines Fachbereichs. Falls dort nichts steht, frage schriftlich bei deinem Betreuer nach – und halte die Antwort fest.
KI-Nutzung an deutschen Hochschulen 2025 – Daten des Hochschulforum Digitalisierung
- 92 % der befragten Studierenden nutzen KI-Tools (ChatGPT, DeepL) für ihr Studium
- 97 % der Hochschulen beschäftigen sich mit den Auswirkungen von KI auf Prüfungen
- 15 % der Hochschulen haben bereits eine eigene KI-Strategie verabschiedet
- Stichprobe: n=1.084 Studierende + n=729 Lehrende (Dez. 2024–Jan. 2025)
Quelle: KI-Monitor 2025, Hochschulforum Digitalisierung (Stifterverband)
Was genau in die Erklärung gehört
Wenn du KI genutzt hast, sollte deine Eigenständigkeitserklärung folgende Informationen enthalten:
- Welche Tools: Name des KI-Systems (z. B. ChatGPT-4o, Tesify KI-Editor, DeepL Write)
- Wofür: Konkrete Verwendungszwecke (Brainstorming, Literaturrecherche, Formulierungshilfe, Sprachkorrektur, Plagiatsprüfung)
- Eigenverantwortung: Erklärung, dass alle KI-generierten Inhalte von dir eigenständig überprüft, angepasst und verantwortet wurden
- Keine ungeprüfte Übernahme: Versicherung, dass du keine KI-Texte unverändert als eigene Leistung ausgibst
Musterformulierungen: drei Szenarien
Die folgenden Formulierungen sind repräsentative Beispiele. Passe sie an deine Hochschulvorgaben an und lass sie – falls unsicher – von deinem Betreuer absegnen.
Szenario A: Keine KI genutzt
„Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Ich habe keine generativen KI-Systeme zur Erstellung von Textpassagen dieser Arbeit eingesetzt.”
Szenario B: KI für Hilfszwecke genutzt (Recherche, Korrektorat)
„Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst habe. Zur Unterstützung der Literaturrecherche und Sprachkorrektur habe ich folgende KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt: [Name der Tools]. Die durch diese Werkzeuge generierten Ergebnisse habe ich eigenständig überprüft, angepasst und inhaltlich zu eigen gemacht. Die Verantwortung für Inhalt, Argumentation und Schlussfolgerungen liegt vollständig bei mir.”
Szenario C: KI zur Formulierungshilfe genutzt (intensivere Nutzung)
„Ich versichere, dass die vorliegende Arbeit auf meiner eigenständigen gedanklichen Leistung basiert. Zur Unterstützung beim Schreiben, der Überarbeitung von Formulierungen und der Strukturierung von Argumenten habe ich gemäß der mit meinem Erstprüfer getroffenen Vereinbarung folgende generative KI-Systeme genutzt: [Name, Version, Nutzungszweck – ggf. als KI-Verzeichnis im Anhang]. Alle KI-Ausgaben wurden von mir kritisch geprüft, eigenständig überarbeitet und inhaltlich verantwortet. Unveränderte Textpassagen aus KI-Systemen sind als solche gekennzeichnet.”
Das Muster des Szenarios C orientiert sich inhaltlich an den Empfehlungen der HWR Berlin, sollte aber immer an die spezifischen Vorgaben deiner Einrichtung angepasst werden.
Das KI-Verzeichnis als Ergänzung
Mehrere Hochschulen empfehlen zusätzlich zur Eigenständigkeitserklärung ein separates KI-Verzeichnis im Anhang. Es listet tabellarisch auf:
- Name und Version des KI-Systems
- Datum der Nutzung
- Verwendungszweck (z. B. „Formulierungshilfe Kapitel 3″, „Prüfung auf sprachliche Fehler”)
- Kurze Beschreibung, wie das Ergebnis weiterverwendet wurde
Ein solches Verzeichnis schafft Transparenz ohne die Erklärung selbst aufzublähen – und zeigt Prüfern, dass du bewusst und verantwortungsvoll mit KI umgegangen bist.
Wie Tesify die Transparenz erleichtert
Ein häufiges Problem: Du hast KI-Tools genutzt, aber keine genaue Übersicht mehr, wofür und wann. Genau hier hilft ein strukturiertes Werkzeug wie Tesify. Der integrierte KI-Editor protokolliert, welche Überarbeitungsvorschläge du angenommen oder abgelehnt hast. So hast du bei der Erstellung deines KI-Verzeichnisses eine verlässliche Grundlage – und kannst in der Eigenständigkeitserklärung präzise Angaben machen. Du bleibst dabei immer der Autor und Verantwortliche deiner Arbeit.
Außerdem hilft die Tesify Plagiatsprüfung dabei, sicherzustellen, dass kein KI-generierter Text unbeabsichtigt als Selbstplagiat oder Fremdübernahme markiert wird. Jetzt kostenlos prüfen.
Mehr zur Frage, was Plagiatsprüfungs- und KI-Detektoren tatsächlich erkennen, erklärt der Artikel Angst vor dem KI-Detektor? Was Turnitin & GPTZero 2026 wirklich erkennen.
Wie du gute wissenschaftliche Praxis im Umgang mit KI insgesamt einhältst, erklärt der Artikel Gute wissenschaftliche Praxis 2026: DFG-Kodex und Forschungsintegrität.
Einen direkten Vergleich, welche Nutzungsformen an deutschen Universitäten erlaubt sind, findest du im Artikel Ist KI-Nutzung bei der Bachelorarbeit Plagiat?
FAQ
Muss ich auch eine Grammatikkorrektur-KI angeben?
Das hängt von der Hochschule ab. Einfache Rechtschreibprüfungen wie LanguageTool im Basismodus werden meist nicht als deklarationspflichtige KI gewertet. Fortgeschrittene KI-Schreibhilfen wie DeepL Write oder Duden Mentor KI sollten dagegen angegeben werden. Im Zweifelsfall transparenter sein.
Was passiert, wenn ich KI-Nutzung nicht angebe?
Nicht deklarierte KI-Nutzung kann als Täuschungsversuch gewertet werden. Je nach Hochschule und Schwere des Verstoßes drohen Notenverschlechterung, Nichtanerkennung der Arbeit oder Disziplinarverfahren. Transparenz ist der einzig sichere Weg.
Gibt es eine einheitliche Regelung für alle deutschen Universitäten?
Nein. Stand 2026 gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Jede Hochschule und teils jeder Fachbereich legt eigene Anforderungen fest. Prüfe immer die aktuellen Richtlinien deines Prüfungsamts und sprich deinen Betreuer direkt an.
Zählt die Nutzung von Tesify als KI-Einsatz, den ich angeben muss?
Die Plagiatsprüfung (Fehlerabgleich mit Datenbanken) ist üblicherweise nicht deklarationspflichtig, da sie keine Inhalte generiert. Den KI-Editor von Tesify solltest du dagegen angeben, wenn du ihn für Formulierungs- oder Überarbeitungsvorschläge genutzt hast – genauso wie jeden anderen KI-Schreibassistenten.
Wo in der Arbeit steht die Eigenständigkeitserklärung mit KI-Angabe?
Die Eigenständigkeitserklärung steht standardmäßig am Ende der Arbeit – nach dem Literaturverzeichnis und vor dem Anhang. Das KI-Verzeichnis kann als eigenständige Anlage im Anhang aufgeführt werden. Prüfe die formalen Vorgaben deiner Hochschule.
Transparent und sicher abgeben
Mit Tesify behältst du den Überblick über deine KI-Nutzung, erkennst Plagiate rechtzeitig und schreibst mit einem Assistenten, der akademische Standards kennt. Keine Graubereiche, keine Überraschungen beim Prüfer.




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