Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen? Die Regeln von TU München, LMU und Humboldt 2026
„Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen?” ist 2026 keine abstrakte Frage mehr — sie entscheidet direkt über Bestehen oder Nichtbestehen. Während einige Kommilitonen KI völlig frei einsetzen, riskieren andere bei falscher Nutzung die Aberkennung ihrer Prüfungsleistung. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der KI-Nutzung selbst, sondern in den universitätsspezifischen Regelungen. Dieser Leitfaden erklärt, was an den drei größten deutschen Forschungsuniversitäten konkret gilt.
TU München: Was gilt für KI in der Bachelorarbeit 2026?
Die Technische Universität München hat ihre Richtlinien zur KI-Nutzung in wissenschaftlichen Arbeiten schrittweise konkretisiert. Der zentrale Grundsatz lautet: KI ist ein Hilfsmittel, das wie jede andere Quelle deklariert werden muss.
TU München — Was ist erlaubt?
- KI für Ideenfindung, Gliederungsentwürfe und Brainstorming
- KI für sprachliche Überarbeitung und Stilverbesserungen
- KI für Code-Unterstützung in MINT-Arbeiten (mit Deklaration)
- KI für Übersetzungen von Fremdsprachentexten
TU München — Was ist nicht erlaubt?
- Vollständig KI-generierte Kapitel ohne eigene intellektuelle Leistung
- KI-Nutzung ohne Kennzeichnung in der eidesstattlichen Erklärung
- Übernahme von KI-Formulierungen ohne kritische Überprüfung
Die TU München verweist explizit auf die Eigenverantwortung: Du bist als Autorin oder Autor für jeden Inhalt deiner Arbeit verantwortlich — unabhängig davon, ob KI beim Verfassen geholfen hat.
LMU München: Offizielle KI-Richtlinie für Abschlussarbeiten
Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat eine der klarsten KI-Richtlinien aller deutschen Universitäten formuliert. Das Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft war dabei besonders präzise.
Kern der LMU-Richtlinie
Die LMU verlangt von Studierenden explizit:
- Offenlegung: Wann, wo und in welchem Umfang wurde KI eingesetzt?
- Eidesstattliche Versicherung: KI muss als genutztes Hilfsmittel benannt werden
- Kennzeichnung im Text: Abschnitte mit KI-Unterstützung müssen im Text erkennbar sein
- Verantwortungsübernahme: Du haftest für alle Fehler — auch KI-bedingte
Praktisch bedeutet das: Ein Satz wie „Ich habe Tesify zur sprachlichen Überarbeitung von Kapitel 3 und 4 verwendet” in der eidesstattlichen Erklärung reicht an der LMU aus — wenn du die Inhalte selbst erstellt und KI nur für die sprachliche Verbesserung genutzt hast.
Humboldt-Universität Berlin: KI-Nutzung in Bachelorarbeiten
Die Humboldt-Universität zu Berlin gehört zu den Universitäten, die 2026 noch keine einheitliche, universitätsweite KI-Richtlinie verabschiedet haben. Stattdessen regeln die einzelnen Fachbereiche die KI-Nutzung autonom.
Wichtige Fachbereichsunterschiede an der HU Berlin
- Geistes- und Kulturwissenschaften: Strenge Regelungen — KI-Nutzung für das Verfassen von Textinhalten ist in vielen Seminaren explizit untersagt
- Wirtschaftswissenschaften: Liberalere Haltung mit Deklarationspflicht
- Mathematik und Naturwissenschaften: KI für technische Analysen weitgehend erlaubt
Wie deklarierst du KI-Nutzung korrekt?
Die Deklaration von KI-Nutzung ist der entscheidende Schritt, der erlaubte von unerlaubter Nutzung trennt. Es gibt 2026 drei gängige Methoden:
Methode 1: Erweiterung der eidesstattlichen Erklärung
Ergänze deine Selbstständigkeitserklärung um einen spezifischen Absatz:
„Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst habe. Bei der Erstellung dieser Arbeit habe ich folgende KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt: [Tool-Name] für [Zweck, z. B. sprachliche Überarbeitung von Kapitel 2]. Die inhaltliche Verantwortung für alle Aussagen liegt bei mir.”
Methode 2: Kennzeichnung im Text
Bestimmte Hochschulen verlangen Fußnoten oder Anmerkungen direkt bei KI-unterstützten Passagen. Format: „[Anm.: Dieser Abschnitt wurde mit Unterstützung von Tesify sprachlich überarbeitet.]”
Methode 3: Anhang mit KI-Nutzungsprotokoll
An der TU München und LMU ist ein separater Anhang mit detailliertem Nutzungsprotokoll eine anerkannte Methode: Datum, verwendetes Tool, Zweck, betroffene Kapitel.
Was ist erlaubt — was ist nicht erlaubt?
| Erlaubt (mit Deklaration) | Nicht erlaubt |
|---|---|
| Sprachliche Überarbeitung eigener Texte | Vollständig KI-generierte Kapitel als eigene Leistung ausgeben |
| Brainstorming und Ideenfindung | KI-Nutzung ohne jegliche Kennzeichnung |
| Strukturvorschläge für Gliederung | KI-generierte Quellenangaben übernehmen (Halluzinationen) |
| Grammatik- und Rechtschreibkontrolle | Kritisches Urteil und Analyse durch KI ersetzen lassen |
| Übersetzungen aus Fremdsprachen | KI-Zusammenfassung als eigene Quellenanalyse ausgeben |
Konsequenzen bei Verstößen gegen die KI-Regelungen
Verstöße gegen die KI-Kennzeichnungspflicht werden prüfungsrechtlich zunehmend ernst genommen. Die Konsequenzen reichen je nach Schwere des Verstoßes von:
- Nachbesserungsauflage: Bei geringfügigen Verstößen (fehlende Deklaration ohne erkennbare Täuschungsabsicht)
- Bewertung „nicht bestanden”: Bei nicht deklarierten, substantiellen KI-generierten Inhalten
- Exmatrikulation: Bei schwerwiegenden Täuschungsversuchen, die als akademischer Betrug eingestuft werden
Für Vergleiche mit anderen internationalen Hochschulsystemen empfiehlt sich unsere englischsprachige Anleitung zum Schreiben eines Thesis Abstract, die auch die KI-Nutzungsregeln anglophoner Universitäten behandelt.
Welche Tools sind sicher zu verwenden?
„Sicher” bedeutet hier: Tools, die dir bei der korrekten Deklaration helfen und keine akademische Eigenleistung ersetzen. Tesify wurde mit dieser Anforderung entwickelt: Es unterstützt dich beim Schreiben, ohne deinen akademischen Beitrag zu übernehmen — und enthält eine Funktion zur Dokumentation der KI-Nutzung für die eidesstattliche Erklärung.
Ein direkter Vergleich der Vor- und Nachteile von Tesify gegenüber generischen KI-Tools findet sich auch in dem französischen Leitfaden zum Vergleich von Tesify und ChatGPT für akademische Arbeiten — die Kernargumente gelten ebenso für die deutsche Nutzung.
Häufige Fragen
Darf man KI für die Bachelorarbeit an der TU München nutzen?
Ja, mit Deklarationspflicht. Die TU München erlaubt KI als Hilfsmittel für sprachliche Überarbeitung, Brainstorming und technische Unterstützung. Du musst die Nutzung in der eidesstattlichen Erklärung angeben. Vollständig KI-generierte Kapitel sind nicht erlaubt.
Muss ich KI-Nutzung in der LMU-Bachelorarbeit angeben?
Ja. Die LMU München hat eine der strengsten und klarsten Kennzeichnungspflichten: Du musst in der eidesstattlichen Erklärung angeben, wann, wo und wie du KI genutzt hast. KI-unterstützte Abschnitte sollen im Text erkennbar sein.
Was gilt an der Humboldt-Universität für KI in Abschlussarbeiten?
Die Humboldt-Universität hat keine einheitliche universitätsweite KI-Richtlinie. Die Regelungen variieren je nach Fachbereich. Frag deinen Betreuer direkt — und hol dir eine schriftliche Bestätigung der geltenden Regeln.
Wie erkläre ich KI-Nutzung in der eidesstattlichen Erklärung?
Ergänze deine Selbstständigkeitserklärung um einen Absatz, der das genutzte Tool, den Zweck und die betroffenen Abschnitte benennt. Beispiel: „Zur sprachlichen Überarbeitung von Kapitel 2–4 wurde Tesify eingesetzt. Die inhaltliche Verantwortung liegt vollständig bei mir.”
Kann die KI-Nutzung als Plagiat gewertet werden?
Ja, wenn KI-generierte Inhalte ohne Kennzeichnung als eigene Leistung präsentiert werden. In Deutschland wird dies zunehmend als akademische Täuschung eingestuft, die zu einer Bewertung mit „nicht bestanden” führen kann.
Darf ich Tesify für meine Bachelorarbeit verwenden?
Ja, Tesify ist als Schreibunterstützungstool konzipiert, nicht als Textgenerator. Es hilft dir, deinen eigenen Text zu verbessern. Die Nutzung solltest du — wie bei jedem KI-Tool — in der eidesstattlichen Erklärung deklarieren.
Was passiert, wenn ich KI-Nutzung nicht angebe?
Im leichten Fall eine Nachbesserungsauflage, im schweren Fall die Bewertung „nicht bestanden” oder Exmatrikulation. Deutsche Hochschulen setzen zunehmend auf KI-Detektions-Software, die nicht deklarierte KI-Nutzung identifizieren kann.
Gibt es Fächer, in denen KI für Bachelorarbeiten verboten ist?
In einigen geistes- und kulturwissenschaftlichen Fachbereichen — besonders an der HU Berlin — ist das selbstständige Verfassen von Textinhalten mit KI explizit untersagt. Naturwissenschaften und Wirtschaftsfächer haben in der Regel liberalere Regelungen.
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